Gespräch mit Mitgliedern der Freien Wahl Heide

Kurz vor 19:00 treffe ich in der Rosengasse ein. Von der Wählergemeinschaft Freie Wahl Heide (FHW) wurde ich zu einem informativen Gespräch eingeladen. Erfreut stelle ich bei meiner Ankunft fest, dass einige Bekannte anwesend sind, die sich an der Diskussion beteiligen wollen. Von der FHW sind etwa fünf Mitglieder anwesend, darunter auch der FWH-Fraktionsvorsitzende und heutige Diskussionsleiter Josef Zehethofer sowie der Ratsherr Manfred Elke. Daneben sind etwa 12 interessierte Bürgerinnen und Bürger zu dieser Diskussion gekommen.

Nach einer kurzen Vorstellung kommen wir direkt zur Sache. Schon an den ersten beiden Themen, die ich anspreche, entzündet sich eine angeregte Diskussion: Bezahlbarer Wohnraum für Jung und Alt sowie komfortable Geh- und Radwege. In beiden Bereichen hat Heide einen enormen Nachholbedarf.

Bei Wohnraum wurde der Schwerpunkt auf die Schaffung höher- oder hochpreisiger Wohneinheiten gelegt. Dabei steigt Heides Einwohnerzahl seit längerem zwar langsam, aber stetig an. Es war also Zeit genug, auf die Bevölkerungsentwicklung durch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle zu reagieren – also auch für alleinstehende ältere Bürger, junge Menschen in der Ausbildung oder im Studium, Alleinerziehende oder junge Eltern, die erst am Anfang ihres Berufslebens stehen.

Die Anwesenden sind sich einig, dass Heide für diese Gruppen attraktiver gemacht werden muss. Dies ist auch ein Beitrag zur Familienfreundlichkeit unserer Stadt. Ebenfalls stimmen wir überein, dass dies nicht allein durch eine bauliche Verdichtung in der Innenstadt erreicht werden kann, zumal diese nur schleppend vorankommt. Auch neue Baugebiete müssen erschlossen werden. All dies muss nun mit Nachdruck vorangetrieben werden.

Insbesondere im Innenstadtbereich verfügt Heide über einige Rad- und Gehwege, die nicht die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. Dies führt immer wieder zu gefährlichen Situationen für Fußgänger, Radfahrer und letztlich auch für Autofahrer. Auch in der heutigen Diskussion wird mir wieder bestätigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger bereit wären, in der „Stadt der kurzen Wege“ regelmäßig das Rad zu benutzen, wenn das Radwegenetz besser ausgebaut wäre. Dies wiederum käme allen Verkehrsteilnehmern zugute.

Denn auch die Autofahrer würden von einer Entlastung der Straßen profitieren. Im Falle meiner Wahl zum Bürgermeister werde ich mich daher mittelfristig für den Bau einer Fahrradtrasse entlang der Hauptstraßen– etwa der Hamburger Straße und der Meldorfer Straße – und durch die Innenstadt einsetzen.

Dass die Verwaltung endlich, wenn auch sehr spät, die Entwicklung eines Radverkehrskonzeptes in Auftrag gegeben hat, ist ein wichtiger erster Schritt. Aber man braucht nicht das Konzept abzuwarten; wichtige Verbesserungen können schon jetzt vorgenommen werden.

Eng verbunden mit komfortablen Geh- und Radwegen ist Barrierefreiheit. Sie ist unerlässlich in einer modernen und dennoch auf Wahrung ihres Charakters bedachten Kreisstadt. Denn Barrierefreiheit ist für 10 % der Bürgerinnen und Bürger unerlässlich, für 40 % ist sie wichtig, und für 100 % – also für uns alle – ist Barrierefreiheit komfortabel. Barrierefreiheit ist daher ein absolutes Qualitätsmerkmal für die Stadtentwicklung.

 

Die Themen des heutigen Abends bewegt die Gäste, und so kommt es zu angeregten Diskussionen. Unsere Diskussionsrunde endet nach knapp anderthalb Stunden mit interessanten Erkenntnissen für die Stadtentwicklung in Heide.